Die Land- und Forstwirtschaft im Landkreis Rosenheim

Landwirtschaftliche Betriebe

Balkendiagramm zur Größenklasse der Betriebe: 838 Betriebe bewirtschaften bis zu 10 Hektar, 200 Betriebe mehr als 50 Hektar.Zoombild vorhanden

Größenklassen der Betriebe

Bäuerliche Familienbetriebe prägen nach wie vor die Dörfer im Landkreis Rosenheim. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei rund 23 Hektar landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF). 54 % der Betriebe bewirtschaften im Haupterwerb rund 79 % der LF. Die Nebenerwerbslandwirte bewirtschaften 21 % der LF.

Milchproduktion

Balkendiagramm zur Größenstruktur der MilchviehbetriebeZoombild vorhanden

Größenstruktur der Milchviehbetriebe

Aufgrund des hohen Dauergrünlandanteils gibt es im Landkreis Rosenheim hauptsächlich Futterbaubetriebe.
Die Milchviehhaltung dominiert klar. In rund 2.100 Milchviehbetrieben erzeugen rund 62.600 Milchkühe ca. 400.000 Tonnen Milch. Etwa die Hälfte der Milchkühe steht derzeit in Laufställen, der Trend hin zu dieser artgerechten
Haltungsform hält an. Betriebliches Wachstum findet vor allem bei Betrieben mit über 50 Kühen statt.

Forstwirtschaft

Kreisdiagramm zur Eigentumsverteilung im Landkreis RosenheimZoombild vorhanden

Eigentumsverteilung

Mit einem Anteil von 33 % an der Gesamtfläche spielt der Wald eine wichtige Rolle im Landkreis. Neben der herausragenden ökologischen Funktion ist die Holzgewinnung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. 9.000 Waldbesitzer bewirtschaften 48.000 Hektar Wald.
Hauptsächlich kommen Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn, Lärche und Bergulme vor. Im Gebirge mit Vorbergen als Bergmischwald, im Flachland als unterschiedliche Rein- oder Mischbestände mit Beimischung von Eiche und Kiefer, im Moorbereich Fichte, Kiefer, Birke und Schwarzerle.

Holzzuwachs

Der Holzzuwachs in Kubikmetern je Jahr und Hektar wird oft unterschätzt. Er beträgt bei Fichte 12 – 18 m³, bei Tanne 14 – 23 m³, bei Bergahorn und Esche 7 – 13 m³ und bei der Buche 10 – 17 m³.

Bodenverhältnisse

Die im Landkreis vorkommenden Bodenarten sind sehr heterogen. Es kommen Gley, Pseudogley, Moorboden, Anmoorboden, Parabraunerde, Tonstein und Rendzina vor.

Klimatische Verhältnisse

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt
  • im Hochland ca. 4 bis 6 °C,
  • im Alpenvorland und in höheren Lagen des voralpinen Hügellandes ca. 6 bis 7 °C und
  • im voralpinen Hügelland und Inntal ca. 7 bis 8 °C.
Die jährlichen Niederschlagsmengen liegen je nach Höhenlage zwischen 900 und 2.000 Millimeter. Am Alpenrand
entstehen oftmals sehr starke Gewitter mit teils hohen Niederschlagsmengen und Hagel. Typisch für die Voralpenlandschaft ist auch der Föhn, der lang anhaltende Schönwetterperioden mit sich bringt.

Schwerpunkt und Besonderheiten

Milchverarbeitung

Ein Kennzeichen des Milchstandortes Rosenheim ist der stark ausgeprägte Milchverarbeitungssektor mit insgesamt fünf Molkereien im Landkreis.

Almwirtschaft

Die Almwirtschaft spielt eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Pflege der Kulturlandschaft im Berggebiet.
Die Hangflächen können häufig nur beweidet oder von Hand bewirtschaftet werden. Rund 200 Almbauern bewirtschaften eine Almfläche von rund 4.200 Hektar.

Ökologischer Landbau

Insgesamt wirtschaften rund 300 Betriebe (10 % aller Betriebe) nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus.
Die ökologisch bewirtschaftete Fläche im Landkreis beträgt ca. 8 000 Hektar (12 % der LF).

Einkommen aus zusätzlichen Betriebzweige

Neben der Direktvermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen spielt hier vor allem Urlaub auf dem Bauernhof
eine große Rolle.
Ein hauswirtschaflicher Fachservice mit 17 aktiven Mitgliedern bietet hauswirtschaftliche Dienstleistungen an.
Darüber produzieren im Landkreis rund 100 Biogasanlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von 150 kW (el) Strom und Wärme.

Putenmast und Fresserproduktion

Im Altlandkreis Bad Aibling sind einige Putenmastbetriebe sowie spezialisierte Fresseraufzuchtbetriebe angesiedelt.