Landwirtschaftsschule Rosenheim, Abteilung Landwirtschaft
Studierende am Rednerpult erfolgreich

Im Januar 2019 gestalteten Studierende der Landwirtschaftsschule Rosenheim - wie in den vergangenen Jahren - in der Aula einen öffentlichen Diskussionsabend. Sie stellten aktuelle fachliche und gesellschaftliche Themen souverän vor und diskutierten anschließend mit dem Publikum.

Die Moderation übernahm Georg Bürgmayr, Semestersprecher aus dem 3. Semester. Gekonnt und charmant begrüßte er die anwesenden Ehrengäste, Lehrkräfte und Eltern der Studierenden. Nach der Vorstellung des Ablaufes des Abends schmückte er die Überleitungen zu den einzelnen Beiträgen wortgewandt aus.

Öffentlichkeitsarbeit

Im ersten Vortrag widmeten sich Marco Kraft und Ludwig Fuchs dem Thema Öffentlichkeitsarbeit. Sie stellten Beispielen aus den Bereichen Tier und Pflanze vor und zeigten auf, wie jeder Landwirt etwas davon umsetzen kann. Wenn beispielsweise ein Ackerblühstreifen oder eine Blühwiese angelegt werden, empfahlen Kraft und Fuchs dazu auch ein Schild für den Verbraucher aufzustellen, das Hintergründe und Effekte der Maßnahme erklärt.
Image verbessern
Ihrer Einschätzung nach könne jeder mit einfachen Mitteln dazu beitragen, das Bild der Landwirtschaft zu verbessern.

Als umsetzbare Beispiele nannten sie:

  • Saubere und zugängliche Hofstellen
  • Straßen nach Erntearbeiten wieder von Verschmutzung reinigen
  • Gülle- und Silierarbeiten abends und am Wochenende vermeiden, vor allem in der Nähe von Wohnsiedlungen
Dialog suchen
Kraft und Fuchs ermutigten die Bauern, sich aktiv am Dorfleben zu beteiligen. Das biete die Chance, direkt mit Verbrauchern in Kontakt zu treten. Man spreche miteinander und nicht übereinander. "Ein wahrer Gewinn für alle Seiten!" lautet das gemeinsame Fazit.

Biologische Vielfalt

Aus aktuellem Anlass zeigten Studierende des ersten Semesters, wie die bäuerliche Landbewirtschaftung zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beiträgt. Josef Hofmeyer bewertete die Biodiversität seines eigenen Betriebs. Grundlage dafür war ein fachlich fundiertes EDV-Programm, das an der Landwirtschaftsschule Rosenheim entwickelt wurde. Hofmeyer stellte fest, dass sein Betrieb in vielen Bereichen bereits vorbildlich wirtschafte. Im Ackerbau gäbe es noch Verbesserungspotenzial, das sich aber aufgrund der knappen Fläche derzeit noch nicht realisieren lasse.
Zusätzliche Betriebszweige
Marinus Paul zeigte am Beispiel seines Betriebes auf, wie zusätzliche Betriebszweige die biologische Vielfalt steigern können. Streuobstbau mit jungen und alten Bäumen und verschiedenen meist alten Sorten, ein ständig blühendes buntes Schnittblumenfeld und ein großes Himbeerfeld bereichern den Betrieb und tragen zum Gesamteinkommen bei.

Ziele setzen

Eine sehr interessante Darstellung seines Werdeganges zeigte Bernhard Voggenauer aus dem 3. Semester Landwirtschaft. Er machte in seiner Präsentation klar, dass man ohne Ziele schwer im Leben vorankommt; und dass es mit viel Engagement und Fleiß für jeden einen möglichen Weg zu seinem beruflichen Ziel gibt. Nach einer außerlandwirtschaftlichen Lehre und mehrjähriger Berufserfahrung strebte er den Abschluss im Beruf Landwirt an. Damit eröffneten sich für Voggenauer neue Wege. Sein Ziel ist die landwirtschaftliche Meisterprüfung. Damit kann er seinen gewählten Beruf mit optimaler Fachbildung bestmöglich ausüben und den Betrieb auch bei zukünftig steigender Herausforderung gut meistern.
Gebührender Applaus
Es war ein gelungener Abend mit talentierten Rednern aus dem Kreis der Studierenden. Mit gebührendem Applaus zollten die gut 70 Personen im Publikum ihre Anerkennung für die Leistung der jungen Landwirte.